Geschichte der Kommunikation: der Brief

Wer in den Sammelkisten seines Lebens kramt, wird sicher einige alte Briefe ans Tageslicht fördern und damit auch viele Erinnerungen. Leider ist das Briefe schreiben per Hand drauf und dran, auszusterben. Schade eigentlich, denn per Hand geschriebene Briefe gehören zu den ältesten Kommunikationsmitteln der Menschheit.

Vor der Erfindung des Telefons und des Morseapparates waren konventionelle Briefe die einzige Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zwischen Menschen, die nicht in unmittelbarer Nähe wohnten. Die ältesten bekannten Briefe stammen aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Damals entwickelten die Ägypter aus der Papyrusstaude (Cyperus papyrus) die ersten Papyrusrollen. Diese wurden mit Rohrfedern – bevorzugt in Faserrichtung (recto) – beschrieben, aufgerollt und verschickt bzw. mitgenommen.

Während der Antike fanden die Papyrusbriefe dann über die Griechen und das Römische Reich eine weite Verbreitung. Die Römer nutzten zudem auch Wachstafeln als Briefform. Aus der Zeit der Antike stammt auch die Faustregel (etwa 250 v. Chr. bis 400 n. Chr.), dass die Beschriftung der Papyrus-Außenseite jünger ist als die der Innenseite, wenn die Rolle vorne und hinten beschrieben ist.

Mit der Entwicklung des Papiers (China, ca. 2 Jh. v. Chr.), wie wie es kennen, wurde der Briefversand dann nochmals erleichtert. In Europa kam das Papier aber erst im 12. Jahrhundert in Mode. Mit der Entwicklung eines Postversandes (z. B. mit Postkutschen) war der Vormarsch der Briefe nicht mehr aufzuhalten.

Heute findet die Kommunikation per Brief meist in E-Mail- oder SMS-Form statt. Der Sinn eines Briefes hat sich dadurch aber nur unwesentlich geändert: Er ist immer noch ein Mittel zur öffentlichen Meinungsäußerung, eine literarische Form und ein Instrument zum Verbreiten amtlicher und persönlicher Nachrichten.

  Januar 29, 2010

 

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