primacall Geschichte der Kommunikation: Grammophon

Das klassische Rauschen und Knistern kennt jedes Kind. Auch heute noch. Obwohl die Technik des Grammophons in Zeiten von Briefmarken-großen MP3-Playern heillos veraltet scheint. Trotzdem wird es jungen und alten Generationen – auch bei primacall – reihenweise warm ums Herz, wenn die Plattennadel auf die Rillen der alten (und neuen) Scheiben trifft. Über 120 Jahre nach der Erfindung des Grammophons durch Emil Berliner hat die Technik der Aufnahme und Wiedergabe von Tönen nichts von ihrer Faszination verloren.

Im September 1887 meldete Emil Berliner sein Gerät, dem er den Namen Grammophon gab, beim Patentamt an. Er stellte einen Apparat vor, der die Aufnahme und Wiedergabe von Tönen ermöglichte.  Seine Erfindung baute dabei auf die Erkenntnisse von Thomas Alva Edison, der etwa zehn Jahre zuvor mit seinem “Fonographen” die ersten Töne auf eine Platte presste. Aus der Stahlwalze und Zinnfolie Edisons machte Berliner eine wachsbeschichtete Zinkscheibe und entwickelte das Grammophon zu einem reinen Abspielgerät, das wenig später mit der Erfindung von Schellackplatten zum Massenmedium wurde.

Revolutionäre Erfindung für Musikindustrie
Um Grammophon und Schalplatte in Serie herstellen zu können, forschte Berliner weiter und optimierte mit dem Kapital von Freunden und Gönnern seine Erfindung. Trotz einiger wirtschaftlicher Rückschläge – Berliner sah sich stets als Techniker und nicht als Geschäftsmann – brachte er seine Erfindung weiter nach vorne und stellte 1908 die erste beidseitig bespielte Platte vor, die er bald darauf in Serie produzierte. Unter dem Label His Master’s Voice vertrieb Berliner mit großem Erfolg seine für die Entwicklung der Musikindustrie revolutionäre Erfindung. Das Markenzeichen seines Unternehmens, der in den Schalltrichter des Fonografen lauschende Foxterrier Nipper, wurde weltbekannt.

Die Platte geht um die Welt
1904 betrug der Preis einer Grammophon-Platte noch 2,50 Mark, was rund fünf Prozent des damaligen durchschnittlichen Monatsgehalts bezifferte. Technische Verbesserungen machten die Schalplatte aber bald zum Massenmedium. In den 1920er Jahre wurde schließlich das alte mechanische Verfahren, das das Grammophon einführte, durch die elektrische Aufzeichnung bzw. Wiedergabe ersetzt, bei dem die Schwingungen der Nadel durch eine elektromagnetische Vorrichtung und nicht durch ein Trichter verstärkt wurden. Die Aufnahmen der großen Künstler des “Jazz Age”, der wilden Zeit in Amerika zwischen Ende des 1. Welktrieges und Anfang der Weltwirtschaftskrise, gingen, gepresst auf schwarzes Gold, um die Welt. Zwischen dem klassischen Knacken und Knarzen der Platte wurden die Töne der Duke Ellingtons und Louis Armstrongs zu Meilensteinen der Musikgeschichte.

  Mai 17, 2010

 

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